eingereicht zum Deutschen Buchpreis 2016

„Auch in den Vokabelheften, die mit der akkuraten Schrift des Vaters gefüllt waren, fand Silke Bleistiftzeichnungen. Sie ähnelten denen, die sie zuvor auf dem Dachboden gefunden hatte, aber sie waren nicht vollendet. Und noch etwas war anders. Silke sah es erst, als sie die Briefe zur Hand nahm und die Bilder verglich. Die Skizzen in den Heften wirkten wie Portraits. Und ein Gesicht, von dem der Vater nur die Augenpartie dargestellt hatte, erkannte Silke. Es war die Frau aus dem Hexenhaus.“

„Silke schaute zu den Wolken; sie sahen nicht so aus, als würde es gleich zu schneien beginnen. Aber sie war ja noch eine Weile unterwegs und wer weiß, irgendetwas konnte immer geschehen. Schneeflocken konnten sich auf die Schienen setzen und Züge zum Halt zwingen, auch in dieser Zeit und bestimmt auch in Holland. Es konnte plötzlich kälter werden, Weichen konnten einfrieren, der Zug hätte Verspätung und zwänge sie zum Umkehren. Nun gut, zwingen würde sie wohl nichts und niemand, es wäre leichter, das war alles.“